Dreiste Werbung: „Yoga kann tödlich sein“

Heute war ich mal wieder beim Frisör. Da lasse ich mir es nicht nehmen, in den vielen bunten Zeitschriften zu blättern. Dafür Geld ausgeben würde ich nicht, denn das hat mit Informationen nichts zu tun, ist aber unterhaltsam.

In der Bunte sprang mir dann die Anzeige der Felix Burda Stiftung   „Yoga kann tödlich sein“ – und klein unten drunter „wenn sie deshalb nicht zur Darmkrebsvorsorge gehen“ – ins Gesicht.

Wirklich? Halten die uns für so blöd?

Also zum einen suggeriert es, dass Yoga unnütz für die Gesundheit ist. Ich bin ein absoluter Fan von Yoga. Yoga hilft sicher, dass im Körper „die Säfte“ im Fluss bleiben und so sicher einiges Vorbeugen. Ganz zu schweigen, dass man Verspannungen etc. los wird.

Zum anderen soll diese Kampagne, die noch weitere Slogans hat, die Leute wachrütteln, damit sie brav zum Arzt gehen und so verhindern, dass sie an Krebs sterben. Wem hilft das Wohl? Der Pharmaindustrie, der Ärzteschaft und der Auslastung der Krankenhäuser.

Die gesamte Bevölkerung zur Darmkrebsvorsorgeuntersuchung zu scheuchen macht nur Sinn, wenn dadurch die Zahl der Sterbefälle zurück geht. Was passiert, wenn man alle Frauen zur Mammographie schickt, haben wir inzwischen schon gehört. Das New England Medical Journal hatte am 22. November 2012 mit dem Beitrag „Effect of Three Decades of Screening Mammography on Breast-Cancer Incidence“ für großes Aufsehen gesorgt.

Es hat gezeigt, dass nach 30 Jahren Mammographie sich an der Sterblichkeit der Frauen so gut wie kaum etwas verändert hat. Im Gegenteil, es hat gezeigt, dass geschätzt wird, dass in 2008 31 Prozent der Frauen, die mit Brustkrebs diagnostiziert und wahrscheinlich behandelt worden sind, gar keinen hatten.

Auch der Swiss Medical Board kommt in seinem Bericht vom 15.12.2013 zu dem Schluss, dass auf systematisches Screening verzichtet werden soll.

Die Frauen, die gar keinen Brustkrebs hatten, dafür aber behandelt wurden, werden uns stets als „cancer survivor“ und als Grund, warum jeder zur Mammographie gehen soll, präsentiert!

Beim Gebärmutterhalskrebs Screening gibt es auch viele Zweifler und oh Wunder auch wieder neue Tests! Ähnlich ist es doch auch bei der Prostatakrebsvorsorge.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei der „Darmkrebsvorsorge“ besser aussieht. Es wird einem vorgegaukelt, dass wenn man die Vorsorge macht, einem nichts passieren kann, oder aber bessere Überlebenschancen bestehen. Aber das ist für viele Betroffene eine Illusion.

Allein die Diagnose: sie haben Krebs, haut einen doch schon um. Das ist ja auch das Argument des Swiss Medical Board. Man fügt durch das Screening zu vielen Frauen seelisches und körperliches Leid zu, die gar keinen Brustkrebs haben.

Was bewegt eine Stiftung, so die Werbetrommel für eine Krebsvorsorge zu betreiben? Das Resultat einer Studie „Betriebliche Gesundheitsvorsorge“ kommt zu dem Schluss: „Prävention in Unternehmen bietet dagegen hohe Renditen und Ausweg aus dem Fachkräftemangel.“

Ich glaube nicht, dass die Kosten für die Vorsorge und anschießende Krebsbehandlung in das Berechnungsmodell eingeflossen sind.

Auf der Seite über die Projekte steht auch: “ Weiterhin bleibt es aber langfristiges Ziel der Felix Burda Stiftung, die Anzahl der Menschen, die in Deutschland jährlich an Darmkrebs sterben, weiter drastisch zu senken.Um dieses Ziel zu erreichen engagiert sich die Stiftung vorrangig in dem Bereich Kommunikation. Die Stiftung identifiziert Risikogruppen für Darmkrebs und entwickelt zielgerichtete Ansprachen.“

Da steht nichts darüber, dass man die Ursache von Darmkrebs bekämpfen möchte. Wenn die Darmflora kaputt ist, dann kann erst Krebs entstehen. Was aber zerstört die Darmflora? Wenn aber kein Darmkrebs mehr entstehen würde, dann würde keiner mehr Geld verdienen und die Stiftung wäre überflüssig!!

Es ist immer die gleiche Masche: Mach allen Angst und der Rubel rollt!

 

Ein Gedanke zu „Dreiste Werbung: „Yoga kann tödlich sein“

  • 16. April 2016 um 9:16
    Permalink

    Hallo,
    —–Yoga kann tödlich sein—-

    Das Leben selbst kann nicht nur tödlich sein, es ist in jedem Fall immer tödlich. Mit der Geburt beginnt auch schon der Sterbeprozess, zu Beginn wenn keine schweren Erkrankungen vorliegen allerdings komplett im Hintergrund und unbewusst. Mit dem Älter werden, tritt er langsam ins Bewusstsein, jetzt sollte eigentlich der Lernprozess einsetzten, sich mit der eigenen Sterblichkeit vertraut zu machen.

    Statt dem grünen Genderwahn, wäre das doch ein sinnvoller Ansatz, das in der Schule zu vermitteln. Aber wenden wir uns der tatsächlichen Zielgruppe zu die 50++ in dieser Gruppe ist das schon ein sehr reales Thema, denn man selbst hat oft schon seine Eltern zu Grabe getragen und den einen oder anderen Freund/Bekannten auch.

    Aus meiner Sicht, sind alle 50++ in einer privilegierten Stellung sie haben schon 2/3 der durchschnittlichen Lebenserwartung der Industriestaaten geschafft, alles was jetzt noch kommt sind Bonusjahre. Wer in seinen Bonusjahren (natürlich auch schon vorher) so Dinge wie Yoga oder ähnliches aktiv betreibt, sollte auch genau dabei bleiben, wer nichts dergleichen getan hat und sich trotzdem fit fühlt, sollte vielleicht auch bei diesem Konzept bleiben.

    Wer sich in diesem Alter von der Hysterie der Vorsorgeuntersuchungen anstecken lässt, sollte langsam beginnen sich mit seiner Sterblichkeit vertraut zu machen. Es sollte jedem klar sein, dass heute vielleicht der letzte Tag war, wo alles wie gewohnt gelaufen war.

    Schon morgen kann es zu einem Totalausfall einzelner Komponenten kommen, das wäre nichts aussergewöhnliches sondern der normale Ablauf. Jeden weiteren Tag den wir hinter uns gebracht haben, war ein Tag des Abbaus des physischen Körpers, an manchen Tagen nicht bemerkbar, dafür trifft einem dann an einem anderen Tag der Schlag. Manchmal ist es nur der Schlag der Erkenntnis, dass eine alte Bestmarke nicht mehr zu schaffen ist…..

    Im letzten Lebensdrittel ist der physische Körper auf Rückbau programmiert, da kann kein Arzt und keine OP oder Medizin etwas daran ändern. Herumgepfuscht wird jede Menge, konkret versucht wird es auch, die ersten Erfolg versprechenden Ansätze kann man beim Transhumanismus bewundern. Das ist das Hintergrundrauschen, das in naher Zukunft wie ein riesiger Tsunami alles andere überrollen wird.

    Für die 50++ wird das aber kein Thema werden, es sei denn sie sind mindestens 2 stellige Dollar/Euro Millionäre, darunter kommt man nicht in diesen Club.

    Uns bleibt nichts anderes übrig, als den traditionellen Weg zu beschreiten, wer noch halbwegs klar bei Verstand ist, wird sich auf seinem letzten Wegdrittel nicht mehr als Versuchkaninchen verheizen lassen – von keiner Macht der Welt. Im besten Fall sind es noch 30 Jahre für die 50++ (Ausnahmen ausgenommen) und jeder Tag den man selbst aktiv gestalten kann, ist ein Geschenk des Lebens ohne Ausnahme. Ich vergesse das übrigens auch sehr oft ……
    Gruss

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