Was bin ich nur für ein „Arschloch“

Wenn in Nordamerika ein kleines Kind in einem Mega-Trotzanfall völlig durchdreht, spricht man von einem „Temper Tantrum.“ Das ist eine Art Gemüts-Gau: Das Gehirn geht offline, alle Sinne schalten auf Widerstand, die Schrei-Organe ziehen die gesamte Energie des Körpers auf sich, der ganze Körper verkrampft sich zu einem rot glühenden Wutbolzen – alles um das Kind herum wird völlig ausgeblendet. Mit größtmöglicher Wucht wird Zorn nach außen geschleudert. Außenstehende, selbst die Eltern, können nicht mit rationalen Aktionen Einhalt gebieten. Jeder, der in die Quere kommt, wird von der Wut-Attacke erfasst und gnadenlos niedergebrüllt.

Ich habe am Wochenende in Stuttgart einen großen Kongress von Kopp moderiert, als einer der
Referenten mich auf die gerade bekannt gewordene Äußerung von Herrn Tauber aufmerksam machte: „Wer nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch“, hat Peter Tauber laut Zitat in der WELT gesagt. Für die Welt handelt es sich dabei um einen „Kraftausdruck.“

Für mich dagegen ist das ein klassisches Temper Tantrum. Kein Wunder. Denn bei Tauber liegen die Nerven blank. Er ist im Belagerungszustand. Er wird als mögliches Bauernopfer für Merkel sturmreif geschossen, wie mir ein langjähriger CDU-Abgeordneter im Gespräch sagte.

Daher auch die Versuche, Tauber als Sexisten zu diffamieren. Doch bei dem Kongress waren sich alle bis hin zu dem langjährigen SPD-Mann und ehemaligen Forschungs- und Technologie-Minister Andreas von Bülow einig: Selbst wenn sie jetzt Merkel absägen würden, fände die CDU keine Gnade mehr. Zu viel wurde beim Regieren gegen das Wahlvolk zerstört. Zerbrochen ist nicht Porzellan, sondern Vertrauen, die Leitwährung in der Politik. Und schon aus privaten Beziehungen wissen wir: Ist das Vertrauen erst zerstört, ist kaum ein Wideraufbau möglich.

Doch darf Tauber so etwas sagen, selbst wenn er derart angegriffen wird? NEIN, natürlich nicht, lautet die klare Antwort. Und dabei geht es nicht nur um die Wortwahl, bei der er sich völlig vergriffen hat. Es geht um viel mehr. Er hat der politischen Kultur schweren Schaden zugefügt.

Er markiert einen neuen sensationellen Tiefpunkt in der Kommunikation zwischen der abdankenden politischen Elite mit ehemaligen Volksparteien, die für ihre „alternativlose“ und unlegitimierte – weil nie erklärte und vom Wahlvolk nicht sanktionierte – Flüchtlingspolitik nun immer stärker abgestraft werden von den Wählern in diesem Lande.

Was Tauber da von sich gegeben hat, ist nicht einmal Stammtisch, es ist Verachtung für politische Gegner in Reinstform. Es ist inakzeptable rhetorische Dreckschleuderei, die besser als viele andere Entgleisungen der vergangenen Monate – und davon hat es viele gegeben – zeigt, was die politische Kaste von ihrem Wahlvolk hält: rein gar nichts.

Du bist mit uns, oder Du bist Pack. Du schließt Dich dem Willkommens-Mantra an, oder Du bist ein Nazi. Du hältst Dein Maul, weil Du sonst Deutschland in ein schlechtes Licht rückst. Du glaubst gefälligst den Leitmedien, denn sie tragen zuverlässig das gerade vorherrschende Mantra einer Koalition weiter, die keine nennenswerte Opposition mehr kennt. Und Du gehorchst gefälligst „DEINER“ Kanzlerin, die die DNA der DDR in sich trägt und aus Erfahrung weiß, wie man Untertanen beglückt.

Auch Merkel hat ihre ganz eigene Wählerverachtung am Wochenende wieder deutlich zum Ausdruck
gebracht. „Ich habe meine Politik nicht geändert, sondern Politik gemacht.“ Das hat sie gesagt. Das erinnert mich, weil es eine so hohle – und doch entlarvende – Phrase ist, an „Persil bleibt Persil.“ Klar wird durch Merkels Ausspruch: Sie bleibt eine Niete, eine wachsende Gefahr für unser Land. Und ihre Politik gedenkt sie keinen Deut zu ändern. Das ist die diplomatisch verkleidete Form des „Fuck you“, der Stinkefinger aus Berlin. Er hat längst die Raute abgelöst. Auch das sagt uns, wohin die Reise geht.

Was machen wir mit so einer Republik, in der sich die herrschende Kaste so benimmt, eine Opposition im klassischen Sinne nicht mehr existiert und die Massenmedien von Wachhunden zu pädagogisch übereifrigen Schoßhund der Berliner Republik verkommen sind?

Die Antwort: Wir müssen raus aus unserem Sofa. Nehmen Sie an allen verfügbaren Initiativen teil: Darunter Petitionen gegen die GEZ-Zwangsgebühr, die Intendanten-Gehälter 100 Prozent über dem Kanzlergehalt sichert. Leisten Sie Unterschriften gegen die Kanzlerschaft Merkel. Kaufen Sie Trillerpfeifen, wenn die „Pack“-Verächter im Anmarsch sind, schreiben Sie Leserbriefe an die Leitmedien, rufen Sie bei Abgeordneten an, um sie daran zu erinnern, für wen sie arbeiten (sollten). Und reden Sie bei jeder Gelegenheit mit Nachbarn, Freunden und Verwandten über die Verachtung, die aus Berlin dem Wahlvolk entgegen schlägt, die Arroganz die aus Tausenden Zeilen der Mainstream-Presse strömt und die Gesetze dieses Landes, die mit Füßen getreten werden.

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