Rote Karte für den Staatsapparat: Schickt die „Bots“ ins Kanzleramt

Wunderbar! Ein britischer Think Tank namens „Reform“ hat herausgefunden (das gibt er zumindest vor) dass Roboter allein 90 Prozent der Beamten in der Whitehall, eine Straße im Regierungsviertel von London, in den kommenden 15 Jahren ersetzen könnten. Nicht, weil die Robs schon so clever wären, sondern weil die Staatsdiener auf der Insel so langweilige und wenig herausfordernde Dummie-Jobs machen, dass das jeder „Bot“ auch hinkriegen würde. (Bild: Flickr Commons, Knowmadic News).

Jetzt wollen wir nicht so kleinlich sein, die Erbsen dieses Think Tanks nachzuzählen und auf die dritte Stelle hinter dem Komma zur prüfen, ob die gewaltige Zahl exakt so stimmt. Selbst wenn sie zu 50 Prozent Fake News wäre, dürften wir das getrost als schockierende Diagnose betrachten.

Aber malen wir uns doch stattdessen mal für einen Augenblick aus, was das in good old Deutschland bedeuten würde.

Neun von zehn Staatsdienern im vorläufigen Ruhestand – oder nie eingestellt – weil die Maschinen übernommen hätten und rastlos durch die muffigen Amtsgänge sausen würden: Augen geradeaus, stechender Schritt, keine Pinkelpausen, kein Tratsch am Kaffeeautomaten, keine Techtelmechtel auf dem Kopiergerät, keine Krankheitstage – von kurzen TÜV-Aufenthalten abgesehen – und nie mehr Streiks!

Dass die blechernen Kerle uns nicht zulächeln könnten, würde kaum auffallen, denn in deutschen Rathäusern, Polizeidienststellen, Schulen, Finanzämtern und Landratsämtern geht es ja auch jetzt schon über die Maßen ernst zu.

Und wenn die Einsparungen in Großbritannien bei dem hypothetischen Robo-Staats-Coup schon mehrere Milliarden Dollar im Jahr betragen würden, könnte in Deutschland Angela Merkel noch mehr Geld für die Willkommens-Kultur abzweigen.

Aber halt, nein, wer sagt eigentlich, dass die fiesen Maschinen so einfach zufrieden wären mit der Machtübernahme. Wenn sie erst die Behörden erobert haben, könnten sie gleich auch die Tätigkeiten von Politikern übernehmen. Die haben – gemessen an der „Erfolgsbilanz“ jüngster GroKos und Regierungen hierzulande und in Brüssel auch nicht so viel Input und Kreativität eingebracht, dass sie als gänzlich unersetzbar zu betrachten wären.

Warum schicken wir nicht die Robos gleich auch ins Kanzleramt, schicken Merkel heim, lehnen uns zurück und trinken noch einen Latte darauf. Die Meinungs-Bots sind ja auch schon dabei, Twitter zu übernehmen. Dann kommt es bei uns auch gar nicht erst so weit wie in Rumänien, wo die Menschen mit Massenprotesten ihr eigenes Land vor den Politikern beschützen müssen. Und mehr Schaden anrichten als die aktuelle politische Kaste kann man kaum. Billiger sind die Maschinos allemal. Unbestechlich sowieso, es sei denn, sie werden von russischen Hackern infiltriert.

Aber halt: Haben die deutschen Geheimdienste nicht gerade berichtet, dass es keinerlei Belege für die Einmischung der Russen auf die deutsche Öffentlichkeit gibt? Ein oberpeinliches Ergebnis für die deutschen Leitmedien, die seit Monaten den Bundesbürgern Angst mit dem Thema einjagen. Fake News halt.

Aber was richtige Propaganda ist, lassen sich deutsche Qualitätsmedien nicht nehmen. Die ZEIT, immer ganz vorne dabei wenn es um die für Transatlantiker wichtigen Themen geht, schiebt schon wieder nach: „Grund zur Sorge gebe es dennoch“ hält die Zeitung gleich im Vorspann ihres Berichts zu dem Schlapphut-Bericht fest.

Sei´s drum.

Die Robo-Studie hält auf jeden Fall fest: Roboter sind effizienter beim Daten sammeln sowie bei der Bearbeitung von gedruckten Vorgängen und bei Routineaufgaben. Damit wären ja so ziemlich 60 bis 90 Prozent vieler Beamten-Jobs umfänglich beschrieben.

Man male sich an wenigen Beispielen den möglichen Effizienzgewinn aus: Medizinisch trainierte Robos würden in der Notaufnahme des Krankenhaus schneller und zuverlässiger auswählen, wer zuerst behandelt werden muss und welche Patienten nicht gleich eingeliefert gehören (da sind ja traditionelle Ärzte gerne schnell bei der Sache).

Robos könnten schon vorher präziser vorhersagen, wann und wo Einbrecher zuschlagen, im Gegensatz zu manchen Gegenden in Deutschland, wo man 45 Minuten warten muss, wenn 110 gewählt wurde. Und vom libanesischen Straßenmob in Duisburg-Marxloh und anderen No-Go-Zonen in deutschen Ballungszentren würden sie sich auch nicht einschüchtern lassen.

Dummerweise sind auch die Autoren anderer Studien zu einem ganz ähnlichen Schluss gekommen wie der britische Think Tank. Die Oxford University und Deloitte kamen zu ähnlichen Befunden. Sie sehen 77 Prozent der „repetitiven“ und „vorhersehbaren“ Aufgaben von Beamten als ersetzbar an. Auweia, damit sind wirklich weite Teile des Staatsapparates beschrieben.

Die Oxford-Studie erwartet, dass binnen 10 Jahren im Land mehr als 850.000 Beamtenstellen den Bots zum Opfer fallen können. – Merkel 5.0 ist jetzt definitiv abgesagt.

Ein Gedanke zu „Rote Karte für den Staatsapparat: Schickt die „Bots“ ins Kanzleramt

  • 9. Februar 2017 um 9:49
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    Ich wäre schon mit Merkel0.0 zufrieden.

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