Mein Austritt – Die Kirche hat es zu weit getrieben

Diese Woche bin ich aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Die Entscheidung ist mir wahrlich nicht leicht gefallen. Ich glaube nach wie vor an Gott, aber nicht an die evangelische Kirche, die im Augenblick in regelmäßigen Abständen meinen Blutdruck nach oben jagt.

Wie viele in meiner Generation, bin ich mit dem regelmäßigen sonntäglichen Kirchgang aufgewachsen. Meine Mutter war anfangs auch in unserer Gemeinde aktiv. Vieles hing natürlich auch von der Person des Pfarrers ab.  Markus ist katholisch und wir haben auch katholisch geheiratet. Damals musste ich nicht mehr unterschreiben, dass ich unsere Kinder im katholische Glauben erziehen würde. Es hieß im christlichen Glauben. Unser Pfarrer war einfach klasse. Er brachte die Menschen zum Lachen und man war jedesmal besser drauf, wenn man aus der Kirche kam. Er hatte einen sehr guten Draht zu den Menschen in seiner Gemeinde und er wusste zu inspirieren.

Das war aber den alten Kirchgängern, die jeden Tag in die Kirche rannten, mehr als suspekt. Schließlich waren sie die besseren Christen und der Pfarrer hätte in der Predigt sagen müssen, dass nur diejenigen gut sind, die jeden Tag kommen!!! Es kam also, wie es kommen musste, man hat den Pfarrer verjagt, denn Neuerungen werden nicht zugelassen.

In Kanada war ich froh, dass unsere Kinder katholisch getauft wurden, denn bei den vielen Glaubensrichtungen, kennt man sich überhaupt nicht mehr aus. In der einen Kirche kommt man sich wie in einer Show vor, in der anderen murmeln die Menschen (speaking in tongues) etc. Bei den Katholiken weiß man wenigstens, was einen erwartet.

Allerdings musste ich einiges schlucken. So wurde den Kindern beigebracht, dass es eine Todsünde
ist, wenn man sonntags nicht zur Kirche geht. Und uns Eltern wurde gesagt, dass man zur Beichte muss, wenn man am Sonntag nicht gekommen ist!! Ich dachte, ich bin im Mittelalter gelandet. Als unser jüngster Sohn zum ersten Mal zum Kommunions-Unterricht ging, mussten anfangs alle draußen vor dem Eingang der Schule stehen und auf Ihre Gruppe warten. Unser Sohn stand nicht auf der Liste (obwohl ich brav gezahlt hatte!) und ich fragt nach, wo er denn hin soll. Daraufhin wurde er gefragt, in welcher Gruppe er letztes Jahr war und da meinte ich „in keiner“. Daraufhin wurde ich vor allen Eltern belehrt, dass das überhaupt nicht in Ordnung ist, nur zur Kommunion zu kommen, dass man aber die Kinder für ihre Eltern nicht bestrafen könne!!!

Buhhhh, da war ich schon kurz vor der Revolte gestanden … (allerdings gegen die katholische Kirche…)

Wenn es uns um die Kirchensteuer gegangen wäre, dann wäre mein Mann mit ausgetreten, So aber bekommt die katholische Kirche jetzt meinen Anteil.

Es ist jetzt auch nicht so, dass ich die Katholiken für viel besser halte, aber die halten sich im Augenblick bei unserer politischen Misere etwas mehr zurück.

Seit der von Frau Merkel inszenierten Flüchtlingskrise bin ich nur noch sprachlos darüber, was die evangelische Kirche von sich gibt. Sie fährt den vollen Kurs von Frau Merkel mit. Im jüngsten Beitrag auf evangelisch.de mit dem Titel:

„Auch in den eigenen Reihen genau hingucken„: Von der EKD-Synode vom 6.-9. November 2016 in Magdeburg soll ein Signal gegen Rechtspopulismus in Europa ausgehen.

Aha, jetzt wird in den eigenen Reihen nach Rechtspopulisten gesucht! Das klingt für mich verdammt nach Denunziantentum. Mein Großonkel war evangelischer Pfarrer und mit einer Halbjüdin verheiratet. Er wurde von seiner Kirche zum Ariernachweis gezwungen. Und weil er gegen Hitler predigte, kam er 1936 ins KZ. Wir haben noch den ganzen Briefverkehr mit der Kirche und die Rechnung vom KZ. Ihm wurden für seinen Aufenthalt „Kost und Logis“ in Rechnung gestellt. Und die Jahre, in denen er Redeverbot hatte, wurden ihm von der Rente abgezogen.

Was die Kirche da macht, kommt mir vor wie eine Wiederholung der Geschichte. Wer definiert denn, was rechtspopulistisch ist? Im Augenblick wird doch jeder, der von Frau Merkels Politik abweicht, als Rechtspopulist beschimpft. Ist Frau Merkel der Maßstab?

Noch ein weiterer Beitrag auf evangelisch.de zeigt, wie weit man sich von seinen eigentlichen
christlichen Werten entfernt hat. In dem Beitrag „Griff in die publizistische Kloake“ wird der seriöse Journalist Roland Tichy wegen eines aktuellen Beitrags in seinem Blog gegen Kinderehen diffamiert. Die Stellungnahme von evangelisch.de in Tichys Einblick spricht Bände. Der Autor von evangelisch.de wirft Tichy das Bedienen einer irrationalen Empörungsmaschinerie vor. Der Kloaken-Vorwurf rückt Tichy meines Erachtens in die Nähe der „Klientel“ der zurecht höchst umstrittenen und scharf kritisierten Amadeu-Antonio-Stiftung.

Vor Kurzem kam auch ein Beitrag in der Zeit: „EKD-Vorsitzender fordert Islamunterricht in allen Schulen“ Die Evangelische Kirche spricht sich für einen flächendeckenden Islamunterricht aus. So könnten Jugendliche vor Radikalen geschützt werden, sagte der EKD-Vorsitzende.

Daraufhin habe ich die Pressestelle unserer Landeskirche angerufen und gefragt, wie realitätsfremd man sein muss, um so einen Vorschlag zu unterbreiten. Wer glaubt, dass man auf diese Kinder einen Einfluss hat, der kennt sich mit der islamischen Tradition überhaupt nicht aus. Das ist an Naivität nicht zu überbieten. Außerdem ist es nicht Aufgabe der evangelischen Kirche, sich für Islamunterricht einzusetzen. Ich habe bis dato nicht dafür Kirchensteuer gezahlt, damit die Kirche den Islam reinwäscht und salonfähig macht. Die Burka ist für mich ein Gefängnis aus Stoff, die keine Frau freiwillig anzieht.

Ich habe selbst zwei Jahre in einem „moderaten“ islamischen Land gewohnt und kann nur sagen: die Moslems in Deutschland, allen voran die Imame, müssen sich über so viel Naivität totlachen, wobei ich das alles andere als witzig finde.

Ich finde es nämlich unbegreiflich, wie wenig sich die Kirche für die Sorgen und Nöte Ihrer eigenen Mitglieder sorgt. Beide christlichen Kirchen fielen im Verlauf der Migrationskrise bei uns nicht dadurch auf, dass sie sich deutlich genug gegen die Verfolgung von Christen in Asylunterkünften eingesetzt haben. Wo waren die klaren Worte gegen die vielen Vergewaltigungen? Was man nicht sehen will, das ignoriert man, oder spielt es herunter. Die Kirche bliebt auch stumm, wenn es um die Selbstbestimmung moslemischer Frauen geht. Stattdessen kommt sie auf die Idee, ausgerechnet am Reformationstag den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime einzuladen. Das hat für mich nichts mit Toleranz zu tun. Das ist Anbiederung, wie sie schlimmer nicht sein kann.

Zum Glück kann ich ab jetzt sagen, dass dies nicht mehr mit Unterstützung meiner Steuern passiert.

Ich finde es aber sehr bedauerlich, weil ich in Malaysia und China gesehen habe, welchen Unterschied es macht, ob man in einem christlichen Land aufgewachsen ist, oder nicht.

 

 

 

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