Heugabel-Frage: Wie weit sind die Deutschen davon entfernt, mit Gewalt aufzubegehren?

Auf der Webseite »Top Secret Writers« wird heute eine brisante Frage gestellt: »Sind die Amerikaner wütend genug, um gewaltsam aufzubegehren?« Das provoziert bei mir selbst zwei Fragen. Erstens, sind die Amerikaner nicht schon in einem beginnenden Aufstand? Denn vereinzelte Proteste im Land mehren sich. Die Schwarzen sind in einer bisher fragmentierten Bewegung schon auf der Straße. Geschossen wird auch, als sei der Bürgerkrieg längst im Gange. Und selbst staatstragende Finanzseiten wie der Business Insider sagen unmissverständlich Unruhen vorher. Zweitens, aber deutlich wichtiger: Wie weit sind eigentlich die Deutschen davon entfernt, den Artikel 20 Abs. 4 in die Hand zu nehmen und mit den Heugabeln das Kanzleramt zu erstürmen?

Ziemlich weit, denke ich. – Lassen wir mal die USA außen vor. Was in Deutschland passieren wird, interessiert uns viel mehr, auch wenn die künftigen Ereignisse in Nordamerika alles andere als unwichtig für uns sind.

Streng genommen hat so eine Art Massenprotest bei uns ja längst begonnen. Die Deutschen würden Angela Merkel lieber heute als morgen loswerden. Wertet man die schroffen Tiefstwerte von CDU und Merkel als Ausdruck von Ablehnung, dann hat zumindest eine stille Revolution begonnen. Nimmt man die Umfragewerte für die AfD hinzu, dann hat schon eine Massenflucht aus dem Gulag von merkelschem Meinungsdiktat, EU-Gängelung, transatlantischem Vasallentum und Willkommens-Fanatismus eingesetzt. Das Votum ist also bereits erkennbar, allein es fehlen die Taten. Erste Großproteste wie die Anti-TTIP-Demonstration vor ein paar Monaten in Berlin signalisieren aber die Bereitschaft, für die Verteidigung der letzten Reste von Demokratie auf die Straße zu gehen. Und das ist gut so.

Aber zunächst das: Ein zweiter, und durchaus bemerkenswerter Aufstand, findet gegen die Zwangsgebühren für das Erziehungsfernsehen statt. Laut dem Blogger Norbert Häring muss der Beitragsservice des öffentlich-rechtlichen Fernsehens bereits seine Vollstreckungsersuchen rationieren, weil die Zahl der Mahnungen – und damit der Zuschauer-Proteste – derart massiv gestiegen ist, dass die Vollstreckungsbehörden nicht mehr mitkommen und daher »revoltieren.«

Im Klartext: Wir haben im Aufbegehren der Bürger gegen Bevormundung, Repression, Medienmanipulation und das Diktat »alternativloser Politik« schon mindestens zwei Fronten.

Doch die halten sich, was ihre Gefährlichkeit für das Parteien-Kartell in Berlin angeht, bislang in Grenzen. Das könnte sich höchstens mit der nächsten Bundestagswahl ändern. Wir bekommen auch mit, was sich Abgeordnete des Bundestages bei ihren Besuchen in den Wahlkreisen anhören müssen. Viele fahren mit glühenden Ohren und roten Köpfen (die Hirnlappen sind es schon länger) zurück nach Berlin, wo sie dann wieder in diversen Gremien eingenordet werden, oder wo man sie, weil die Kanzlerin ihre ganz eigenen Zirkel und Nebenregierungen zur Politikausübung aufgebaut hat, schlicht missachtet. »Fuck the parliament«, hätte Obamas wichtigste Europaberaterin, Victoria Nuland, anstelle von Angela Merkel in diesem Zusammenhang wohl gesagt.

Ja, die sogenannten »Wutbürger« und die Wutjournalisten haben in der aufgeheizten Stimmung der westlichen Länder mit ihrer eskalierenden sozialen Ungleichheit, politischer Unzufriedenheit und Medienmanipulation kein Alleinstellungsmerkmal mehr – es gibt auch immer mehr Wutpolitiker.

Und denen schlägt der Zorn der Menschen zunehmend ins Gesicht, wie man an Handgemengen rund um die Wahlauftritte von Donald Trump, dem Mord an Jo Cox und einem Auftritt von Heiko Maas in Zwickau sieht.

Doch wie weit reicht die Wut? Und wie nah ist sie am Ausbruch von Unruhen? Die Diskussionsforen im Internet zeigen, dass das Wahlvolk Schaum vor dem Mund hat. Doch die vielen Hunderttausend Äußerungen von Mißbilligung, Wut, Hass und Entsetzen sind fragmentiert. Nur vereinzelt wird der Versuch unternommen, den Zorn der Bürger zu bündeln, wie bei Petitionen gegen die Bargeldabschaffung, die Abwahl von Angela Merkel, oder bei Versuchen, die GEZ abzuschütteln.

In Deutschland ist der Protest ganz überwiegend passiv, der Artikel 20 bleibt im Regal. Zu gut geht es den Deutschen. Viele verstehen gar nicht – oder wollen es nicht wahrhaben – was schiefläuft. Ich kenne kaum jemanden der seinen zweiten oder dritten Urlaub gestrichen hat. Mit der Flüchtlingswelle ist zudem ein konjunkturelles Strohfeuer für die Asylindustrie entfacht worden, die mit etwa zweieinhalb Millionen Jobs drei Mal so groß ist wie die hiesige Autoindustrie. Wir versuchen seit Monaten einen Handwerker für den Balkon zu bekommen und handeln uns nur Abfuhren ein. Die sind alle beschäftigt mit dem Bau, Umbau, oder der Modernisierung von Unterkünften für Kriegsflüchtlinge und Wirtschaftsmigranten.

Die Mieten sind teuer geworden, strangulieren aber noch nicht ausreichend viele Bundesbürger. Die Renten steigen in diesem Sommer deutlich, wenn auch auf Pump, weil sie eigentlich bei steigender Lebensarbeitszeit gekürzt werden müssten, wie die Mathematik sagt. Die wirklichen Grausamkeiten sind also vertagt. Das laufende Massaker an Renten und Lebensversicherungen ist zudem in der Mehrzahl der Fälle noch nicht sichtbar. Und die Banken haben die Negativzinsen bislang von den privaten Kunden ferngehalten, dafür aber unverschämte Gebührenerhöhungen durchgesetzt.

Daher sind weitere Fronten für die erkennbare Wut vieler Bürger zwar absehbar, aber noch nicht so nah, dass sie unmittelbar zu Handlungen führen. Doch das darf über eine wirklich brisante Entwicklung nicht hinwegtäuschen. Sie wird die Zündschnur am Pulverfass sein: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es in Deutschland eine steigende Zahl von Verlierern bei der Entwicklung des Landes. Und deren Zahl kann nicht beliebig lange durch schuldengedeckte Versprechen und Geschenke begrenzt werden.

Irgendwann wird selbst aus der »schwarzen Null« ein schwrzes Loch. Spätestens die nächste Finanzkrise wird das Fass zum Überlaufen bringen. Und die scheint selbst nach Auffassung von Wall-Street-Gurus nicht mehr allzu weit entfernt zu sein.

14 Gedanken zu „Heugabel-Frage: Wie weit sind die Deutschen davon entfernt, mit Gewalt aufzubegehren?

  • 19. Juni 2016 um 12:31
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    Halten Sie die Deutschen für intelligent genug, das zu begreifen?
    Und dann schlagen die „Beglückungsmechanismen“ zu. So wie ja Morde und Vergewaltigungen angeblich Akte der Befreiung sind! Wers’s nicht glaubt, befasse sich endlich ‚mal mit Geschichte!

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  • 19. Juni 2016 um 13:23
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    „Irgendwann wird selbst aus der »schwarzen Null« ein schwrzes Loch. Spätestens die nächste Finanzkrise wird das Fass zum Überlaufen bringen. Und die scheint selbst nach Auffassung von Wall-Street-Gurus nicht mehr allzu weit entfernt zu sein.“

    Gratulation, Sie, der Autor des Artikels, sind den Lügen des Systems erlegen. Die „nächste“ Finanzkrise wird jene sein, die seit 2007/08 unentwegt wütet und nie behoben wurde. Es wurden nur Geldsäcke geworfen, genauer wäre Schuldenberge vergrößert und Propagandanebelmaschinen angeworfen, welche das „verstecken“.

    Weiterhin ist die „schwarze Null“ eine Lüge, was schon vielfach dargelegt wurde im Netz. Müßte die echte schwarze Null, Inzucht-Schäuble, mit den gleichen rechtlichen Grundlagen seine Bücher erstellen, wie jeder Betrieb, es wäre sehr rot, zweistellig im Milliardenbereich, mindestens, jedes Jahr. Nur durch Taschenspielertricks wird der Eindruck einer „schwarzen Null“ erzeugt, weil man die Infrastruktur vergammeln läßt, wie in der DDR und sogar alle Formen von Organisierter Kriminalität in das BIP einfließen läßt, damit dieses besser aussieht, als es ist. Oder „Kredite“ an Gierland als Aktiva führt und nicht als restlos verlorene Gelder, sowie keine Rückstellungen für die Haftungen bezüglich Gierlandgarantien bildet und per staatlich gelenkter EZB (illegal, stört aber keine Staatsanwälte /Richter, weil auch staatlich gelenkt), die Zinsen künstlich niedrig hält, da der Saftladen sonst nicht finanzierbar wäre.

    Wer also von „nächster“ Krise und „schwarzer Null“ fabuliert, hat keinen großen Durchblick oder will betrügen oder hat nicht nachgedacht, bevor er in die Tasten gehauen hat.

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  • 19. Juni 2016 um 14:59
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    Und gerade deshalb sind die Merkelfaschisten , allen voran Ehrenburg Maas, so erpicht auf die verschärfte Kontrolle von Heugabeln in Volkshand!
    Vermutlich wird es bald eine WBK für Küchenmesser geben.

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  • 19. Juni 2016 um 15:10
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    Wie hat Ernst Jünger, der nicht dafür bekannt war, sich einschüchtern oder sich eine andere Meinung vorschreiben zu lassen schon vor langer Zeit geschrieben: „Man kann sich heute nicht in Gesellschaft um Deutschland bemühen, man muß es einsam tun wie ein Mensch, der mit seinem Buschmesser im Urwald Bresche schlägt und den nur die Hoffnung erhält, daß irgendwo im Dickicht andere an der gleichen Arbeit sind.“ (Ernst Jünger, sämtliche Werke, Band 9, Essays III, Das abenteuerliche Herz, Stuttgart 1979, S. 114)
    Daran hat sich leider bis heute nicht viel geändert. Der Deutsche ist eben kein Revolutionär, der Konservative/Bürgerliche sowieso nicht, wie vor Jahrzehnten in der Masse auch heute noch devot und obrigkeitshörig-und gläubig, Blockwartmentalität und lächerliches Spießbürgertum bis ins letzte Glied. Nur so läßt sich u. a. auch die Ökodiktatur der politisch winzigen Grünen in diesem Lande erklären. Eine kaputte Neidgesellschaft, die eher wegen dem größeren Auto des Nachbarn, der Hundekacke vor dem eigenen Grundstück oder der Ruhestörung in der Kleingartenanlage randaliert und sich empört, als gegen den Verrat durch die eigene Regierung und den Untergang des Landes aufzustehen. Die Nachkriegsumerziehung tat dann den Rest, der furor teutonicus ist dem Deutschen ausgetrieben worden.

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  • 19. Juni 2016 um 15:12
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    Prophezeiungen des bayerischen Sehers Alois Irlmaier, ca. 1950:

    -Zuerst kommt ein Wohlstand wie noch nie.

    -Dann folgt ein Glaubensabfall wie nie zuvor.

    -Darauf eine nie da gewesene Sittenverderbnis.

    -Alsdann kommt eine große Zahl Fremder ins Land.

    -Es herrscht eine hohe Inflation.

    -Das Geld verliert mehr und mehr an Wert.

    -Bald darauf folgt die Revolution.

    Vor der Revolution fehlt also noch die Inflation. Wir werden noch etwas Geduld haben müssen….

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    • 19. Juni 2016 um 19:50
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      Bitte nicht schlafen die Grünen wollen das Fleisch teurer machen, damit die Staatskasse sich entschulden kann und weitere Represalien stehen an, wie MAUT für Pkw und erhöhte oder neu eingeführte Kontogebühren.Da lobe ich mir doch eine Lohntüte mit dem Nettolohn, so wie es früher üblich war, wenn da ein Wegelagerer auftauchte konnte man den anzeigen oder gar mit viel Glück die Polizei ihn direkt in Gewahrsam nehmen.Die heutigen Wegelagerer sitzen in den Banken, weil der Lohn mit Umweg erst einmal über die Bank geht.Seit 2005 sieht das Finanzamt in dein Portmonnaie rein, weil da das Bankgeheimnis abgeschaft wurde.Natürlich Stichprobenartig und bei HartzIV wird angefragt ob bei einem nicht noch was zu holen ist.Also wird nachgesehen ob du nicht so viel hast, das du nicht erstmal selbst verbrauchen kannst, vorher gibt es nix von der Agentur.

      Wer also meint die Inflation müsste erst noch kommen, den muss ich entäuschen, den er wird erst getäuscht darüber, dabei ist die schon unterwegs.

      Genau hin hören. Ach ja, kam heute wieder in den Nachrichten das die Massen Viehzucht verringert werden soll.Zu welchem zweck wohl ? Das kann sich jeder wohl selbst ausmalen.Die Betriebe sollen so lange wie möglich durchhalten und der Verbraucher darf es zahlen und dabei unmerklich durch den Prozentualen Anteil der Mehrwertsteuer die Staatskasse entlasten.

      Übrigens wird die Lkw-Maut auf die Preise geschlagen, das ist ja ein alter Hut, doch das erhöht den Verbraucherpreis da die Mehrwertsteuer zum Schluss drauf kommt, kassiert der Staat mit den erhöhten Preisen mit. Ja zum einem bezahlen wir ja alle schon indirekt eine Maut und zum zweiten sind dadurch die Preise erhöht worden.

      Es wird nicht besser eher schlimmer.

      Sich mit Prophzeiungen jetzt aufzuhalten, wo schon fast alles eingetreten ist, ist nicht zielführend.

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  • 19. Juni 2016 um 16:26
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    Wunschdenken
    Das passiert nichts , aber auch gar nichts.
    -sonst wäre ja „Kopp“ schon Multimillionär.
    Hunde die Bellen beißen nicht, und mehr sind die Wut-Afd-Reichs und Verschwörungsjünger
    nicht.Mehr als ein Sturm im Wasserglas passiert nicht.Also Jungs,Gold kaufen und nicht das
    Notfallpack für 39,00 Euronen vergessen – lach weg

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  • 19. Juni 2016 um 18:20
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    Markus Gärtner, die Mehrzahl der Deutschen will weiterhin die All-Parteien-Kanzlerin, Frau Dr. Merkel.
    Die AfD ist innerlich zerstritten und keine wirkliche Alternative zu den Mainstream-Parteien (Auch nur augenwischende Postenjäger, die versuchen, über ein Mandat ans große Geld zu kommen).
    Fazit : Es wird keine politischen Veränderungen geben und wenn das große Aufwachen kommen sollte und Randale aufkommt, haben wir noch ca. 70.000 US-Soldaten im Land, welche dann die richtige EU-Gesinnung wieder „herstellt“. So ist das nun mal, wenn ein Land einen Krieg verliert, der Gehirnwäsche der Sieger ausgesetzt ist und weiterhin besetzt ist.
    Fazit : Das sage ich aus dem Ausland : Deutschland hat total fertig (Trappatoni-Sprech) —– ihr habt das nur noch nicht realisiert !!

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    • 19. Juni 2016 um 19:26
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      Die Mehrzahl der Propagandablätter will so viel. 😉

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    • 19. Juni 2016 um 19:47
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      ICH glaube an die Kraft der Vernunft! Vielleicht später als früher, aber wirksam!

      Antwort
  • 19. Juni 2016 um 19:24
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    Bitte nicht mit Heugabeln das Kanzleramt stürmen, sondern nur einfach mit Recht auf das GG Artikel 20 Abs. 4 zu Hause bleiben und den 17 Juni 1953 zwei Wochen lang feiern.

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  • 19. Juni 2016 um 19:27
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    Beim Schild“ betreten des Rasens verboten“ bleibt der Deutsche schon stehen. Wie soll dann erst eine Revolution erst losgehen?

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  • 31. Juli 2016 um 7:30
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    „In seinen Sesseln behaglich und dumm,
    sitzt schweigend das deutsche Publikum“
    (Karl Marx)

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