EU stimmt diese Woche über Glyphosat ab – unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Flickr Commons, BI Müncheberg
Flickr Commons, BI Müncheberg

Glyphosat – nicht nur im Bier

Während die EU-Kommission entgegen verpflichtendem Vorsorgeprinzip in der EU und entgegen dem Willen der EU-Bürger den Glyphosat-Vertreibern offenbar 15 Jahre Verkauf  (in Worten fünfzehn!) bescheren will (Ende 2015 war noch von 10 Jahren die Rede – übel und unfassbar genug), wurde am 25. Februar  durch das Umweltinstitut e.V. die Belastung der 14 beliebtesten, absatzstärksten Biere mit Glyphosat bekannt. Womit schon mal klar ist, dass uns Glyphosat nicht nur auf die Teller, sondern bis ins Glas verfolgt.

Glyphosat im Urin von 99,6% der Bevölkerung

In dieser Woche (am 4.03.2016) veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung: „Glyphosat-Untersuchung: 75 Prozent der Deutschen deutlich
belastet“
, eine landesweite Feldstudie an mehr als 2.000 Personen. Eine Studie, die längst von Behörden, die für Risikobewertung verantwortlich zeichnen, hätte veranlasst werden müssen. Und ausgerechnet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erdreistet sich, nicht nur ein Risiko zu verharmlosen, nein sogar zu behaupten, es läge keines vor!

Vom BfR und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden hartnäckig öffentlich verfügbare toxikologische und ökotoxikologische Untersuchungen, die von der WHO bestätigte „harte Evidenz“ für Erbgutschädigung und die Hinweise auf Kanzerogenität einfach nicht berücksichtigt. Stattdessen berufen sie sich auf geheime Industrie-Studien, in die außer ihnen keiner Einsicht hat.

Warum das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) und die EFSA (die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) notorisch solche Risiken zu verharmlosen, sich
verweigern, Methoden zu überdenken, bestimmte Publikationen nicht berücksichtigen, sich bemüßigen, sogar wortwörtlich zu sagen, Glyphosat sei nicht krebserregend (obwohl echte Wissenschaftler sich so nie ausdrücken würden, sondern immer in „Wahrscheinlichkeiten“ sprechen, wohl wissend, dass es im Leben ein 100% nicht gibt), entzieht sich meiner Kenntnis.

Seltsam auch, dass immer die erste Reaktion auf mögliche Risiken von Konzern-entsprungenen Pestiziden und Herbiziden I M M E R ganz schnell auf „keine Gefahr“ rausläuft????? Außer bei Vitaminen und Mineralstoffen natürlich, und anderen gesunden Produkten, die zunehmend dem Bürger entzogen werden.

Die nun vorliegende Feldstudie musste die Zivilgesellschaft selbst in die Hand nehmen!

„Auch das Umweltbundesamt sieht weiteren Forschungsbedarf zur Glyphosat-Belastung der Bevölkerung. ,Wahrscheinlich krebserregende‘ Stoffe dürfen nach aktuellem EU-Recht nicht als ,Pflanzenschutzmittel‘ zugelassen werden.‘ 

„Die Bundesregierung muss in Brüssel das Vorsorgeprinzip nach vorne stellen und eine voreilige Zulassung von Glyphosat stoppen. Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, darf dem Vorschlag der EU-Kommission in dieser Woche daher keinesfalls zustimmen, notfalls muss Umweltministerin Barbara Hendricks ihn stoppen.“, so Harald Ebner (Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der grünen Bundestagsfraktion und Agrarexperte, MdB)

 

… und der Bundestag hat dem am 25. Februar 2016 nichts entgegengesetzt!

Lediglich 2 CDU/CSU-Abgeordnete und ein einsamer SPD-Abgeordneter (an
dieser Stelle: „Hut ab“) haben dem Antrag verschiedener Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Voreilige Neuzulassung von Glyphosat stoppen“ Drs. 18/7675 zugestimmt.

Ich traute meinen Augen nicht. Ist das also der Fraktionszwang? Hirn ausschalten, Gesundheit der Bürger und der Umwelt über Bord werfen? Notorisch gegen Grün und Links stimmen, egal worum es geht???? Das wollen wir Bürger definitiv nicht. Demnächst stehen auf den Anträgen Atomwaffen und da wird dann auch ohne Gewissen abgestimmt?

Können sie nicht lesen? Wollen sie nicht lesen, worüber sie abstimmen? Wie kommt es, dass unsere Bundestagsabgeordneten nicht im Sinne des Volkes, nicht im Sinne des Vorsorgeprinzips auftreten? Hier der Link zur namentlichen Abstimmung. Es hat also die GroKo mit fast all ihren Stimmen die Warner (Grüne und Linke) überstimmt.

Müssen wir jetzt die Abgeordneten verklagen, wenn man von unseren Kindern Schaden abwenden muss? Was die Abgeordneten tun, grenzt an unterlassene Hilfeleistung.

 

15 Jahre Zusage für Glyphosat!!!???? –

Eine Zusage für FÜNFZEHN JAHRE ??  – und nicht genug, sondern noch dazu: bei erheblich gelockerten Anwendungs-Bestimmungen!?

Da fragt man sich, wer solche Zusagen derart dreist in den Antrag auf Verlängerung eingefügt haben mag?,  und denkt, dem Bürger fällt’s vielleicht nicht auf? Ich persönlich möchte wissen, wer das zu verantworten hat und welche Geldbeutel dadurch gut gefüllt bleiben/werden, oder wer mit sonstigen „Gegenleistungen“ gesegnet wird, und welche?

Schon eine Verlängerung ohne erschwerte Anwendungsbestimmungen von einem Jahr ist nicht mehr hinnehmbar.

Wen wundert es, dass es immer mehr Bürger gibt, die der EU zurecht misstrauen und wütend werden, wenn Bürger und Bürgerwillen von Konzernen und Regierungen permanent überrannt und mit Füßen getreten werden; wenn unabhängige Studien nicht von den verantwortlichen Behörden gefordert noch gefördert werden; Ergebnisse unabhängiger Studien und deren Wissenschaftler immer erstmal diffamiert werden?

Kein Wunder, dass den von der GROKO so aggressiv und massiv getriebenen TISA-, CETA-, TTIP-Bestrebungen solch hohe Wellen des Widerstands entgegenschlagen. Wenn unser Bundestag und die EU gegen den Willen der Bürger die schlimmsten Dinge zulassen, wie übel wird es erst, wenn die Macht allein den Konzernen zugeschanzt wird? Ganz abgesehen davon, dass die EU schon längst sittenwidrige Handelsabkommen mit armen Ländern hat, und sie damit die Lebensgrundlage von so vielen Menschen zerstören, sich dann aber über Flüchtlinge wundern   ????????

Wer sich am Protest beteiligen will und weitere Informationen sucht:

Bei Foodwatch – mit aktueller Aktion, um der EU-Kommission unseren Willen deutlich zu machen (24.02.2015)

Beim Umweltinstitut – mit aktueller Aktion, in der die Brauereien angeschrieben werden (25.02.2015)

Bei Testbiotech e.V. – mit diversen Ausführungen zu Glyphosat von unabhängigen Experten; z.B. „Wie gefährlich ist Glyphosat?“ (13.01.2016) oder „Löst Glyphosat Krebs aus? Wichtige Lücke in Risikobewertung deutscher Behörde“ (15.4.2015)

Bei Greenpeace:  Totalherbizid Glyphosat – Gefahr für Mensch und Umwelt (Mai 2015)

und vieles mehr……..

 

kurze Anmerkung der Autorin, was sich hinter Glyphosat und -Gemischen „verbirgt“:

Glyphosat ist ein sogenannter Chelatbildner, ein  sog. Komplexbildner, wodurch es (nicht nur) im Boden wichtige Nährstoffe und lebenswichtige Spurenelemente wie z.B. Magnesium, Calcium, Kalium, Zink, Kobalt und Mangan wegfängt (schon dadurch muss Leben sterben). Mindererträge durch Mangelernährung (nicht nur der Pflanzen) und stark reduzierte Spurenelementgehalte (nicht nur!) in den Erntefrüchten sind die Folge. (angelehnt an AbL)

Des weiteren dringt es in Zellen mit Hilfe von Tensiden, die in Glyphosatprodukten wie Roundup zugesetzt sind; es erreicht die Kraftwerke der Zellen, die Mitochondrien, und kann die Energieerzeugung und Leistungsfähigkeit angreifen.

Lecker, oder?

2 thoughts on “EU stimmt diese Woche über Glyphosat ab – unter Ausschluss der Öffentlichkeit

  • 12. März 2016 at 10:48
    Permalink

    Bitte wie kann ich Ihren Blog abonnieren?

    Reply
    • 12. März 2016 at 12:54
      Permalink

      Auf der Startseite – rechter Rand – unter „Meta“ auf Beitrags-Feed (RSS) klicken – dort können Sie den Feed abonnieren.

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *