Die umgekrempelte Heuchel-Republik: Deutschland nach 18 Jahren im Ausland

Während unserer Zeit im Ausland waren wir jedes Jahr zu Besuch in Deutschland und trotzdem wurden wir von so einigem sehr überrascht:

  1. Keine Diskussionskultur mehr:
    was uns von den Nordamerikanern doch sehr unterscheidet – dachten wir – ist, dass wir in Kneipen oder wo auch immer bis tief in die Nacht über alle wesentlichen Dinge des Lebens diskutieren, oft bis zum Erbrechen. In Nordamerika, vor allem in den USA, wird dagegen meist weder über Politik, noch Religion oder gar Tabuthemen wie Rassismus diskutiert. Abendessen verlaufen sehr höflich, es sei denn man kennt sich SEHR gut. Doch was Deutschland angeht, waren wir bei der Rückkehr Ende 2014 offenbar nicht mehr auf dem neuesten Stand. Hier wird in vielen Fällen oft gar nicht mehr debattiert, es ist eine regelrechte Schweigespirale entstanden. Kaum einer traut sich noch, bei brisanten oder delikaten Themen, den Mund aufzumachen.
  2. Alles nur noch schwarz-weiß:
    Entweder Du bist rechts oder links, Gutmensch oder Dumpfbacke, für oder gegen Flüchtlinge. Die Welt scheint nur noch aus „wir oder die“ zu bestehen. Us or them, we es George Bush einmal gesagt hat. Und das fanden wir schon damals horrend.
  3. Die Grünen und Linken haben es geschafft, uns Ihre Meinung aufzuzwingen, obwohl sie eine Minderheit in diesem Land darstellen. Das ist für mich das größte Rätsel. Deren Utopien gab es schon immer, dass es aber inzwischen Regierungsmeinung geworden ist, konnte nur passieren, weil der Rest es erlaubt hat. Die meisten von den Genossen sind kinderlos, haben etwas gegen die klassische Familien und ihre Politik zerstört die Zukunft unserer Kinder.
    Im übrigen ist das Wort Grün ein Witz. Mit Umweltschutz hat diese Partei nichts mehr zu tun.
    Die Stationierung amerikanischer Atomwaffen in Deutschland wäre mit dieser Partei vor 18 Jahren nicht möglich gewesen und hätte zu großen Demonstrationen geführt. Die Amerikaner werden schon gewusst haben, wen sie schmieren müssen.
  4. Legalisierung der Prostitution:
    Wir sind zum größten Bordell Europa verkommen und haben die Zwangsprostitution richtig boomen lassen (Siehe auch den Beitrag im ZDF Ware Mädchen). Ich wusste bis zu unserer Rückkehr gar nicht, dass es eine Sex-Flatrate gibt. Von den Frauenverbänden gibt es nichts zu diesem Thema.
    Was Flüchtlingsfrauen auf der Balkanroute und in den Flüchtlingsheimen angetan wird, davon wird unter keinen Umständen berichtet.
    Die Bordells, in denen Mädchen wie Sklaven gehalten werden, müssen von den Spitzenpolitikern besucht werden, ansonsten kann man sich das nicht erklären, dass so etwas in Deutschland möglich ist.
  5. ZDF und ARD:
    ARD und ZDF sind als normal denkender Mensch nicht mehr auszuhalten. Jeder unliebsame Politiker, Journalist oder Mitmensch, der nicht die Meinung der Öffentlich-Rechtlichen vertritt, bekommt Adjektive verpasst, damit noch der Dümmste versteht, was er zu denken hat. Besonders beliebt, „der rechtspopulistische….“. Weiß zwar kein Mensch was rechtspopulistisch heißt, sagt aber aus, dass der rechts ist und damit schlecht!
    Nachdem die CDU inzwischen von den Wählern links von der Mitte gesehen wird, fällt wahrscheinlich die Mehrheit der Leute unter diesen Begriff. Diese Masse an unterschwelligen Diffamierungen haben mit Journalismus nicht mehr zu tun. Da kann ich nur auf Markus´ Buch Lügenpresse verweisen.
  6. Verhältnis zu Russland:
    Für die amerikanische Militärindustrie ist ein Schüren des Ukraine-Konflikts sehr gewinnbringend. Wir leben mehr oder weniger vor den Toren von Russland und haben nichts davon, wenn dort ein Krieg angezettelt wird. Daran erkennt man, wie groß der Einfluss des amerikanischen Militärs geworden ist. Wer soll die Verrückten noch stoppen?

 

One thought on “Die umgekrempelte Heuchel-Republik: Deutschland nach 18 Jahren im Ausland

  • 13. März 2016 at 12:19
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    Ich bin den umgekehrten Weg gegangen: in Kanada geboren und in einem deutsch-kanadischen Umfeld die ersten 20 Jahre meines Lebens englischsprachig aufgewachsen, zog ich dann vor 37 Jahren nach Deutschland und befinde mich noch immer in der Umgewöhnungsphase; bei mir ist die Integration also noch nicht abgeschlossen. Das, was Ihr in Eurem Artikel beschreibt, befremdet mich zunehmend.

    Die sogenannte politische Korrektheit, die unsere Gesellschaft durchseucht hat, schafft meines Erachtens die ohnmächtige Sprachlosigkeit, die ich hier und in Kanada gleichermaßen empfinde und aus meiner Sicht unsere Freiheit (im umfassenden Sinn) im höchsten Maße gefährdet.

    In den USA gibt es ein Ventil, und das ist das des Talk Radios (bitte nicht zu verwechseln mit unseren Talk-Sendungen = Will, Plassberg, Maischberger, Illner, die ich als Aussenstehender als sehr grünlinkslastig und als Bastione der politischen Korrektheit empfinde). Diese privat finanzierten Sendungen sind Oasen der freien Rede. Ob alles immer jeden gleich goutiert, ist eine andere Frage, aber in den USA ist man vielerorts noch der Überzeugung, dass die verfassungsgarantierte Redefreiheit fast keine Grenzen kennt und kennen darf. Diese Freiheit stemmt sich noch manchmal recht, manchmal schlecht gegen die fast übermächtige politische Korrektheit, die in den USA auch grassiert.

    Das Kanada, das ich als Heranwachsender erlebt habe, war freier, diskussionsfreudiger und weit weniger politisch korrekt, als ich es heute erlebe. The „Land of the Free“ war einmal…. Kann der Trend umgekehrt werden? Ich bin leider skeptisch.

    Vielen Dank, dass Ihr Euch die Mühe macht und die Zeit nehmt, die Missstände hier zu thematisieren. Ich war und bleibe Eurer geneigter Leser.

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