Grande Finale? – Der Aufstand der Bürger lässt noch eine Weile auf sich warten

FORBES hat vor wenigen Tagen die diesjährige Rangliste der 100 wertvollsten Marken der Welt präsentiert. Apple verteidigt mit Bravour die Spitzenposition, wenn man bedenkt, dass der Wertvorsprung der Marke vor Google 87 Prozent beträgt. Das ist aber auch schon alles. Denn 13 Jahre mit ununterbrochenem Umsatzanstieg sind für Apple im jüngsten Quartal schroff zu Ende gegangen. Der Vorsprung bei Design und Technik zur Konkurrenz ist weitgehend weg. Und in China läuft es nicht gut, weil die chinesischen Konsumenten mehr lokale Marken kaufen. Sie brauchen nicht mehr unbedingt westliche Produkte, um zu demonstrieren, dass sie es zu etwas gebracht haben.

Mir ist in dem Bericht von FORBES zu der neuen Rangliste eine weit hinten im Text versteckte Information aufgefallen. Dort geht es um soziale Netzwerke und die Verweildauer der Nutzer auf den Plattformen. Demnach hält sich der durchschnittliche „User“, wer immer das ist, insgesamt 50 Minuten am Tag bei Facebook und Instagram auf.

Und jetzt kommt es: Der New-York-Times-Kolumnist James Stewart hat nachgerechnet, dass diese Verweildauer länger ist als die Zeit, die diese Menschen jeden Tag zuammengerechnet mit Lesen (19 Minuten), Sport (17 Minuten) und mit Freunden (4 Minuten) zubringen.

Markenexperten finden diese Beobachtung sehr aufregend. Ich finde sie nicht nur bedauerlich, sondern extrem bedenklich. Hier ist ein deutlicher Beleg für den Rückzug unserer Gesellschaften aus der Realität, der aktiven Beteiligung, der Weiterbildung, auch der Muse, und schließlich der physischen Welt. Wir migrieren in die Computer und Mobilgeräte, noch bevor den meisten bewusst wird – auch nur annähernd – was für ein gewaltiger Evolutionsschritt hier stattfindet, wenn dies im engeren Sinne überhaupt ein solcher ist.

Die Migration ins digitale Universum geschieht zu einer Zeit, in der unsere Beteiligung im herkömmlichen (analogen) Leben mehr denn je gefragt ist. Es gilt, die etablierten Parteien, die politische Kaste in Berlin und in den Bundesländern, stark unter Druck zu setzen, damit das Regieren am Volk vorbei aufhört. Auch die Medien müssen wir striezen, damit sie wieder besser werden, falls das noch möglich ist.

Willy Wimmer, der 33 Jahre lang für die CDU im Bundestag saß, hat aus dieser Beobachtung in der ablaufenden Woche so etwas wie die politische Gretchenfrage der Deutschen und anderen Europäer dieser Tage formuliert:

Was hat eigentlich die Christdemokraten und Sozialdemokraten in Österreich und nicht nur dort
getrieben, sich so meilenweit von den Bürgern und den Wählern zu entfernen, dass diese in Scharen zu denen überlaufen, die man nicht so genau kennt? Was legitimiert die etablierten Parteien, ihr eigenes Versagen durch politische Verleumdungen an die Adresse der Emporkömmlinge zu kompensieren? Das scheint das letzte Mittel zu sein, das für die Versagerparteien zur Verfügung steht.“

Im Klartext: Die politische Kaste hat einen massiven Verrat am Wahlvolk begangen und leugnet diesen nicht nur, sondern watscht auch noch jene ab, die dies beklagen. Wer seinen Mund aufmacht, oder gar auf die Straße geht, wird von der Antifa in sogenannten „Gegendemonstrationen“ niedergemacht, in den Medien als „Pack“ beschimpft und von führenden Politikern als „Schande für Deutschland“ bezeichnet.

Gleichzeitig sieht man in den Haupt-Fernsehnachrichten nur noch eine handvoll Politiker, die man getrost als Opposition bezeichnen kann. Von Sahra Wagenknecht bis Dietmar Bartsch reicht diese äußerst kleine Gruppe der letzten Parlamentarier, die sich noch nicht dem großen Einheits-Tross angeschlossen und der politischen Verteilungs- und Selbsterhaltungs-Mafia völlig unterworfen hat.

Mit der jämmerlichen „Phalanx“ entmündigter und kaltgestellter Bürger sowie weit verstreuter Oppositionspolitiker lässt sich – auch angesichts der zu Schoßhunden der Mächtigen mutierten Medien – das große Ruder nicht herumwerfen.

Denn die nächste Eskalationsstufe steht bevor: Wenn CDU, SPD und Grüne erst einmal feststellen, dass sie selbst dann keine absolute Mehrheit mehr verteidigen können, wenn sie – wie bei der Präsidentenwahl in Österreich – zusammenlegen und eine Einheitsfront bilden, dann werden zusätzliche Restriktionen bürgerlicher Rechte, digitale Hexenverfolgungen im Internet und auch finanzielle Repressionsmaßnahmen wie das Bargeldverbot kommen.

Bis zum Grande Finale, in dem die Bürger aufbegehren, scheint es noch ein ziemlich weiter Weg zu sein.

3 Gedanken zu „Grande Finale? – Der Aufstand der Bürger lässt noch eine Weile auf sich warten

  • 26. Mai 2016 um 17:01
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    Ich glaube eher der Aufstand ist schon da. Nur bekommt man es nur schleichend mit. Überall mehr Security-Personal, mehr Detektoren oder erst vollkommen Telefonberatung bei den Ämtern bis entschieden ist, daß man es wert ist vorbei zu kommen. Das Spielchen ebenfalls in den Kliniken und überall auf der Straße.
    Die Stimmen werden lauter, es wird nicht mehr hinter vorgehaltener Hand geflüstert und ganz offen über die derzeitigen Probleme geredet. Es fehlt nur noch der Funke.

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  • 26. Mai 2016 um 18:45
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    Wenn es je ein Facebook Revolution gegeben hätte, würde der Aufstand der Bürger morgen kommen. Er wird nicht kommen, weil eine angebliche Facebook Revolution in der Vergangenheit organisiert war und zum organisieren braucht man Geld. Doch Geld regiert die Welt.

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  • 27. Mai 2016 um 15:55
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    Betrachtet man die Zuckungen der Polit-Kasper isoliert, dann hast Du sicher Recht, Markus. Der Otto N. lässt sich weiter willenlos am Nasenring durch die Manege ziehen.
    Allerdings sind der Suppe, die da in den letzten 10 Jahren angerührt wurde, noch andere Zutaten beigemischt. Diese Zutaten lassen sich nicht mehr rausfischen und neutralisieren.

    In den letzten Tagen durfte man (aus der Mainstream-Journaille ! ) erfahren, das die „Währungshüter“ so langsam mit ihrem Latein am Ende sind. In weiteren Artikeln wurde uns ganz vorsichtig erzählt, wie es und die Weltwirtschaft bestellt ist (zB. wurde in der „Welt“ berichtet, dass nagelneue Containerschiffe verschrottet werden).
    Nach und nach wird öffentlich zugegeben, dass die Zahl der eingesickerten IS-Terroristen erschreckend hoch sei. Eines ist sicher, diese Jungs und Mädels sind nicht gekommen, um Urlaub zu machen.

    1989 bedurfte es des äusseren Anlasses der Grenzöffnung durch Ungarn, dass sich in der DäDäRä im Volke etwas bewegte. Ich schätze, diesmal wird es wieder so sein. Ich weiss nicht, welcher äussere Anlass es diesmal sein wird. Ich müsste mich zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden, die da heissen: Finanz/Währungscrash, Wirtschaftskollaps, Terroranschläge ungekannten Ausmaßes, oder gar ein Mix aus diesen.
    Ich weiss nur 2 Dinge:
    1. Es wird kommen, und das eher als wir ahnen.
    2. Es wird fürchterlich.

    Gruss
    Tom

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