Urknall in der verkehrten Welt – Wenn die Elite nicht mehr weiter weiß

AntidepressantWie rasant unsere Gesellschaften auseinander fallen, das sieht man gelegentlich an den scheinbar „kleinen“ Nachrichten oder Meldungen, den News am Rande. In Wirklichkeit signalisieren diese aber, dass wir am Rande des Kliffs angekommen sind: Noch mehr soziale Spaltung, noch mehr regieren am Volk vorbei, noch mehr Korruption, Geldentwertung, Kriegslüsternheit, Beschnüffelung und Dezimierung bürgerlicher Freiheiten geht kaum noch.

In Japan, so berichtet jetzt das Research-Unternehmen Custom Products in einer Studie über die „Ökonomie der Kriminalität unter älteren Menschen“, explodieren die Straftaten der Senioren über 60 regelrecht.

Der simple Grund: Viele können sich Wohnung und Nahrung nicht mehr leisten. Also begehen sie zielgerichtet Straftaten, um ins Gefängnis geworfen zu werden, für freie Kost und Logie. Den größten Anteil an der ungewöhnlichen „Wohnungssuche“ im Strafsystem haben Ladendiebstähle mit 35 Prozent. Noch zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts hatte dieser Wert bei lediglich 20 Prozent gelegen.

Und 40 Prozent der Wiederholungstäter haben sechs Mal oder noch öfter das Gesetz gebrochen.

Man muss keinen Nobelpreis in Ökonomie haben, oder in die Zukunft schauen können, um sich auszumalen, dass solche Zustände auch auf uns zukommen. Die Rente von Durchschnittsverdienern ist hierzulande nach 45 Beitragsjahren von knapp über 50 Prozent auf jetzt 45 Prozent gefallen. Immer mehr Ruheständler beziehen außerdem Sozialhilfe. Und die Immobilienblase, die skrupellose Notenbanker mit ihrer Null-Zins-Politik angefacht haben, vertreibt immer mehr Senioren aus dem Wohnungsmarkt. Alt sein bedeutet immer öfter arm sein.

Die von der Mainstream-Presse ausführlich berichtete Rentenerhöhung in diesem Sommer ist nur ein Schauspiel für die Galerie. Sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Rentensystem nur mit deutlich höheren Beiträgen, drastisch längerer Lebensarbeitszeit oder erheblichen Kürzungen zu retten ist. Natürlich wird das nicht vor 2017 verraten.

Unser politisches System ist zu einem Bazar verkommen, in dem Parteien nicht mehr – wie lange Zeit üblich – eine feste Stammklientel zuverlässig und loyal „bedienten“, sondern zu einem korrupten Auktionshaus, in dem man den jeweils größten verfügbaren Wählergruppen mit Blick auf die kommende Wahl Geschenke macht und sie besticht – und sich dann für den nächsten Urnengang wieder neue Narren sucht, die man „kauft“, alles in der (berechtigten) Hoffnung, dass das Gedächtnis nicht all zu lange währt.

Was in den sozial und politisch kollabierenden Gesellschaften des Westens ebenfalls auf uns zukommt, sieht man an einer anderen Randmeldung, die nur wenige hierzulande wahrgenommen haben dürften.

Die ersten Städte in den USA bezahlen Kriminelle dafür, dass sie weniger Leute umbringen. Die Bundeshauptstadt Washington und Richmond gehören zu jenen Kommunen, die im Monat für jeden kooperierenden Verbrecher bis zu 1.000 Dollar hinblättern, wenn dieser zusagt, weniger Mitbürger zu massakrieren.

In Richmond haben die Stadtoberen sogar ehemalige Zuchthäusler engagiert, damit sie die gewalttätigsten Zeitgenossen in der Stadt beaufsichtigen und auf bessere Wege geleiten. Diese „Mentoren“ haben sogar für Mitglieder rivalisierender Banden Trips nach Südafrika, London und Mexiko City organisiert, damit sie dort gemeinsame Erlebnisse haben und Abstand von den gewaltgefüllten Straßen ihrer Heimatstädte gewinnen.

Mich erinnert das irgendwie an die Strafzinsen, wegen deren Ausbreitung sich jetzt sogar die Bundesbank Sorgen macht. Wenn die Institutionen mit der größten Macht (und der geringsten Legitimität) nicht mehr weiterwissen, wie die Notenbanken dieser Welt, die den Globus mit Geld geschwemmt und Blasen wie am Immobilienmarkt geschaffen haben, die immer mehr Menschen verzweifeln lassen, dann drehen sie den Spieß einfach um und verkehren die komplette Logik von Jahrhunderten ins genaue Gegenteil. Und das auch noch, ohne überhaupt zu ahnen – oder sich erkennbar darum zu kümmern – was sie damit anrichten.

Plötzlich zahlt man die Bank, wenn man dort Geld deponiert. Plötzlich bekommt man Geld, wenn man einen Kredit aufnimmt. Und plötzlich muss man drauflegen, wenn man Anleihen kauft. Und da sollen die intelligentesten Ökonomen am Werk sein? Eher nur die skrupellosesten.

Und so ist das mit dem Kopfgeld für die Abstinenz-Kriminellen: Sie werden jetzt belohnt, wenn sie weniger von ihrem verbrecherischen Handwerk ausüben.

Doch sowohl das Beispiel mit den Zinsen, als auch das mit den honorierten Verbrechern zeigen: Unsere Institutionen und Politiker wissen nicht mehr, wie es weitergeht mit dieser bizarren und entgleisten Welt, die sie da durch Korruption, Entscheidungsschwäche und Amerika-Hörigkeit geschaffen haben. Sie wollen aber das System, in dem sie es sich so schön eingerichtet haben, mit aller Gewalt aufrecht erhalten. Koste es, was es wolle.

Das ist bereits der Deal mit dem Beelzebub, um den Teufel auszutreiben. Hier allerdings kann keiner mehr der Mentor des anderen sein und gegen Honorar für Mäßigung sorgen. Hier gibt es kein Licht mehr am Ende des Tunnels. Und wenn, dann ist es der entgegen kommende Zug.

Ein Gedanke zu „Urknall in der verkehrten Welt – Wenn die Elite nicht mehr weiter weiß

  • 2. April 2016 um 11:37
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    Hallo,
    Die ersten erkennen, dass sie Jahrzehnte bei einem Hütchenspiel mitgspielt haben – den Renten und Sozialversicherungen. In den Jahrzehnten als es mehr Einzahler als Empfänger gab, lief das Spiel ohne Probleme und es war ein Eckpfeiler der Demokratien. Durch die Demografie ist die Spitze des Berges überschritten und es geht in immer schnelleren Tempo bergab.

    Ich behaupte jetzt einmal, das ganze Sozialsystem ist in den jeweiligen Staatsanleihen abgebildet – die Renten/Pensionszusagen entsprechen diesen Schuldscheinen. Wenn eine Firma bankrott geht, werden die Firmenanleihen nicht mehr getilgt, ähnliches erwarte ich in den westlichen Demokratien, in Griechenland wird gerade der Testlauf gemacht.

    Wir, Sie und ich sind beide frühe 60er Geburtsjahrgänge, also nach aktuellem Stand haben wir noch ca. 10 Jahre bis zum Renteneintrittsalter. Nach meinem letzten Auszug vom Rentenkonto vor 5 Jahren, kann ich in D rund 300 Euro Rente erwarten. In der Schweiz noch einmal 600 Franken. Ich habe erst mit 30 Jahren mit dem Arbeitsprozess begonnen und war mit 50 Jahren wieder draussen. In den 20 Jahren waren allerdings 10-12 Stunden Arbeitstage die Norm. Nach heutigem Stand wären das rund 850 Euro. Die Durchschnittsrente ist aktuell mit 45 Beitragsjahren bei 1176 Euro …… also als Durchschnittsbürger würde ich mir vera..cht vorkommen. Es ist viel wahrscheinlicher, dass falls es in 10 Jahren noch Rentenzahlungen gibt, die 850 Euro den Durchschnitt bilden werden.

    Das alles war der Ausgangszustand, ohne die aktuelle Zuwanderung in die EU. Auch ist das was unter der Problematik – Finanzcrash – zusammengefasst werden kann nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben, den einzigen Fortschritt den man dort verzeichnen kann ist, dass die Fallhöhe beträchtlich gestiegen ist.

    Das Vertrauen in die demokratischen Staaten war über Jahrzehnte vergleichbar mit einem Kindergeburtstag. Jede Menge Zaubertricks wurden aufgeführt und die Stimmung war entsprechend gut. Aber ebenso wie den Kindern vom Nikolaus und dem Osterhasen erzählt wurde lief das vergleichbare Programm in den Demokratien. Der Unterschied zu den Kinder ist der, dass die irgend einmal erwachsen wurden und erkannt haben, dass es nur Märchen waren. Die Mehrheit der demokratischen Wähler sind heute noch auf dem geistigen Niveau eines Kindergeburtstages, Nikolaus oder Osterfestes gefangen.

    Wer es nicht schafft sich aus der Umarmung des Staates zu lösen, wird zu keinem Zeitpunkt in der Lage sein selbstbestimmt zu handeln. Für die Mehrzahl in meiner Altersgruppe ist dieser Zug schon abgefahren und Abhängigkeiten können nicht mehr kompensiert werden.

    Ich konnte mich aus der staatlichen Abhängigkeit lösen, musste aber dafür eine neue Abhängigkeit eingehen, allerdings habe ich das so bewusst gewählt, weil ich andere praktikable Lösungen nicht gefunden habe. Heute bin ich abhängig von meiner Familie in einem fremden Land, dort bin ich nur geduldet. Als Familievater sind keine Probleme in der Zukunft zu erwarten, man muss sich aber auch entsprechend verhalten, genau das wird bei Ausländern überprüft. Den grössten Teil meiner Lebensarbeitsleistung musste ich für die Familie investieren um hier die Überlebensbasis zu schaffen. Diese Investion unterliegt nicht mehr meiner rechtlichen Kontrolle – das musste ich an meine Frau und Sohn abgeben. Nach langem nachdenken war mir das leicht gefallen, denn mein Beitrag wurde geleistet und auch die hiesigen Behörden (und das kulturelle Umfeld) sehen das entsprechend. Es hat noch einen anderen Vorteil: wenn ich morgen vom Blitz erschlagen werde ist alles schon geregelt, die Familie ist versorgt. Nachteile gibt es selbstverständlich auch, aber die sind dann lösbar auf einer menschlichen Ebene und nicht auf einer behördlichen.

    Was ich eigentlich sagen will ist folgendes: für jeden gibt es einen Ausweg aus der staatlichen Abhängigkeit – wenn er es denn will. Nichts ist alternativlos – auch die Demokratie/Sozialstaat nicht. Wer Kinder hat, sollte der Entwicklung immer ein paar Schritte voraus sein.
    Gruss

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